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Dienstag, 10. Oktober 2017

Menschen, die es gut mit einem meinen: Drängler

Natürlich soll es uns möglichst bald wieder gut gehen, so dass wir frisch in die Zukunft schauen können. Das heißt aber nicht, dass wir nicht mehr an das ehemals Liebste denken, auch wenn man sich der Dinge, die ihm gehörten, größtenteils entledigt hat.
"Aus den Augen, aus dem Sinn!", gilt hier nicht.

Das braucht Zeit und keine Ungeduld.

Lasst uns das, was wir brauchen. Beobachtet und helft nur, wenn wir Trauernden darum bitten, denn wir sind dazu in der Lage. Dränge(l)n hat keinen Sinn. Man erreicht damit eher das Gegenteil. Wir fühlen uns eingeengt und beschnitten. Wir möchten uns nichts wegnehmen lassen, wenn uns das Leben schon so übel mitgespielt hat.

Lasst uns Zeit!

Samstag, 26. August 2017

Menschen, die es gut mit einem meinen: Verdränger

Es gibt sicher auch in eurem Umfeld Menschen, die sich in eurer harten Zeit nicht melden, obwohl sie sonst immer wieder da waren, euch besuchten oder anriefen. Aber plötzlich sind sie stumm.

Dann ist es an euch und eigentlich auch an jenen Verdrängern zu überlegen, ob ihr diese Mauer, die mit dem Verdrängen und eben "Nichtmelden" aufgebaut wurde, niederreißen wollt oder nicht.
Schafft es Freundschaft, das "Nicht-Dasein" zu überstehen?

Es gibt auch andere Arten von Verdrängen: Innerhalb eines Gesprächs versucht euer Freund nicht über das Hierbleiben zu reden. Das kann bishin zum Gespräch über das Wetter ausarten, weil mehr einfach nicht außerhalb des Thema Tod geht. Dabei kann sich niemand wohl fühlen.

Auch hier seid ihr Hiergebliebenen oder die "Wetterfrösche" gefordert den Teich zu umwandern...

Doch, das geht!

Wagt eine Frage, wie "Wie geht's dir heute?" Ich bin sicher, dass man damit schon das Eis brechen kann, wenn der Hiergebliebene selbst nicht zu macht.

Seid mutig und fragt weiter, auch wenn das Gegenüber in Tränen ausbricht. Wir kennen das. Tränen können das Eis brechen, und letztendlich erleichtern sie. Warum nicht auch den Fragenden, denn jetzt seid ihr wieder ganz nah beieinander.


Mittwoch, 23. August 2017

Selbst werden

Grade bei langjährigen Partnerschaften fällt es dem Hiergebliebenen schwer, sich selbst aus eben jener "herauszuschälen".

Ohne diese Eigenständigkeit, die man erst einmal als solche erkennen und entdecken (sich selbst und seine ureigensten Wünsche und Bedürfnisse) muss, kommt man aus der Trauer nicht heraus. Findet heraus, was ihr mögt und was nicht. Vielleicht findet ihr heraus, dass es ganz andere Dinge sind, die ihr lange nicht gemacht habt, die euch aber Freude bringen. Macht genau das!

Schreibt euch eine Liste mit Aktivitäten, die euch Freude bringen, ganz allein euch. Es geht hier nicht um die Wünsche eures verstorbenen Partners oder jene eurer Freunde, die evtl. mitkommen könnten... ja, es ist eine Art Freischwimmen, die ihr da bewältigt.

Wenn ihr euch das jetzt vielleicht noch nicht vorstellen könnt, dann wartet ab, einen Monat, ein halbes Jahr, ein ganzes... kommt Zeit, kommt Freude wieder in euer Leben...

Montag, 21. August 2017

Euer Dankeschön...

... dafür gibt es keinen Anfang und kein Ende.

Natürlich seid ihr dankbar für alles, was andere für euch tun und getan haben, aber ihr Lieben und Freunde, rechnet nicht damit, dass es immer auf dem Fuße folgt, denn wir Freunde sind oft gar nicht in der Lage an passende soziale Umgangsformen zu denken, wie das in einer zerbröselnden Welt passieren kann.

Erst zerbricht alles, und dann versuchen wir, eben eine neue aufzubauen. Wie bei Kindern fallen die Bauklötze nicht nur einmal wieder um, obwohl wir doch erwachsene Menschen und wissen sollten, wie es geht, aber so einfach ist das nicht. Habt Geduld, auch wenn wir euch manchmal nicht sehen wollen. Nehmt das nicht persönlich! Vielleicht möchten wir einfach nur eine Weile allein sein und ganz für uns nachdenken, gar nicht mal allein weinen, sondern etwas ganz allein für uns planen, denn das ist es, was für die Zukunft lernen müssen: für uns denken und entscheiden.

Wir sind euch trotzdem für euer Dasein sehr dankbar!

Dienstag, 15. August 2017

Arten der Trauer: auf die Nerven...

Die Sonne scheint... das kann trösten, aber einem auch sehr auf die Nerven geht. Ihr versteht euch selbst nicht?

Die Leute um dich herum sind alle so gut gelaunt, und du verstehst das nicht bzw. kannst das einfach nicht ertragen?

Vergrabe dich ruhig beim schönsten Sonnenschein und halte dich von der guten Laune anderer fern. Du darfst das, und wenn das jemand nicht versteht, hat er Pech gehabt. Seid euch und euren Gefühlen treu!


Sonntag, 6. August 2017

Die Arten der Trauer: Tränen

Tränen...

Seid ihr auch nicht grade der Mensch gewesen, der viel Tränen vergossen hat?

Und plötzlich ist alles ganz anders. Wenn ihr selbst lange mitgelitten habt, dann habt ihr euch zwar irgendwie daran gewöhnt, aber jetzt ist alles wieder ganz anders:

Man weint vielleicht nicht unbedingt allein, aber man hat den Eindruck, dass niemand mit euren Gefühlen mitkommt, egal wie nah er/sie euch ist. Vielleicht kommt ihr selbst nicht mehr mit.

Egal!

Es ist eben so. Denkt nicht großartig drüber nach, warum ihr jetzt schon wieder weint. Das ist alles ganz ok so. Hier gibt es kein Falsch oder Richtig, zu viel oder zu wenig.

Und ganz wichtig: Nicht herunterschlucken! Dann wird's später nur noch schlimmer...

Freitag, 4. August 2017

Das erste Jahr

... heilt nicht alle Wunden, aber sie hilft dennoch. Das berühmte Trauerjahr ist vermutlich eine Art Erfahrungswert eben auch durch viel Zeit gewonnen. Natürlich gilt das nicht für alle Hiergebliebenen.

Man hört auch, dass das erste Jahr sei das Schlimmste, besonders Geburtstage, Jahrestage und was auch immer für Tage... Denkt nicht zu viel drüber nach über diese ersten Tage ohne, sondern macht an ihnen etwas Schönes! Denkt nicht, an dem Tag könnte oder will keiner etwas mit euch anfangen. Dafür sind Freunde oder andere liebe Menschen da. Es muss nichts mit der Vergangenheit zu tun haben, wenn doch, dann quält euch nicht damit. Vergessen werden die Lieben schon nicht. Seid euch gewiss!

Fahrt irgendwo hin, wechselt die Tapeten, gönnt euch etwas. Ihr dürft diesen Tag mögen. Versagt euch nichts!



Samstag, 29. Juli 2017

Tagebuch oder Journaling

Hast du früher eines geführt?

Auch jetzt kann es dir helfen beim:


  • Nichtvergessen-Wollen von kleinen guten Erinnerungen.
  • Loswerden wollen von Tagen und Momenten, die einem immer wieder im Kopf herumspuken.
  • "Auskotzen", wie schrecklich alles ist.
  • Neue-Erfahrungen-Sammeln, egal ob gut oder schlecht. Ich bin sicher, dass es da - grade zu Beginn- immer wieder etwas Neues gibt. Man macht immer irgendetwas zum ersten Mal nachdem...
  • Revue-Passieren-Lassen der letzten Monate, denn es tut sich immer etwas in uns, alle paar Wochen oder Monate, denn wir führen ja nun ein neues Leben.

Sonntag, 14. Februar 2016

Witwengesetz Nr. 3

   

"Wir müssen nichts"



Lehn dich zurück, wenn dich das Gefühl überkommt, dass du noch dieses oder jenes tun oder erledigen müsstest. Unser Alltag ist kompliziert und schwer genug, da können wir nicht noch - oft selbstgemachten - Druck gebrauchen.

Wir müssen zunächst einmal gar nichts und dürfen (fast) alles.

Spülmaschine, Müll, Anrufe, vermeintliche Verpflichtungen - alles kann warten. Am besten erledigen sich die Dinge dann, wenn es Witwe oder Witwer gerade danach ist oder sie das Gefühl haben, jetzt in diesem Moment geht es gerade gut und passt. Da wird  dann eben der Müll auch mal erst um ein Uhr nachts raus gebracht.

Montag, 1. Februar 2016

Witwengesetz Nr. 1


 "Wir geben unsere Freiheit nicht mehr her."



Besonders jene, die sich lange um ihren Liebsten/ihre Liebste gekümmert haben, können das sicherlich nachvollziehen.

Da ist nun niemand mehr, um den man sich Sorgen machen kann. Plötzlich merkt man, dass man das Leben wieder selbst in der Hand hat. Man kann selbst bestimmen, was man einkauft, ob man überhaupt einkauft, ob man diese oder jene Person sehen möchte, oder nicht. Lasst euch zu nichts drängen!

Es gilt nun das genießen zu lernen, denn an der Situation ist nun nichts mehr zu ändern. Wir bekommen die Liebsten nicht mehr zurück - das zu akzeptieren ist die Voraussetzung dafür, dass wir diese Freiheit genießen können.