Posts mit dem Label reden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label reden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 26. August 2017

Menschen, die es gut mit einem meinen: Verdränger

Es gibt sicher auch in eurem Umfeld Menschen, die sich in eurer harten Zeit nicht melden, obwohl sie sonst immer wieder da waren, euch besuchten oder anriefen. Aber plötzlich sind sie stumm.

Dann ist es an euch und eigentlich auch an jenen Verdrängern zu überlegen, ob ihr diese Mauer, die mit dem Verdrängen und eben "Nichtmelden" aufgebaut wurde, niederreißen wollt oder nicht.
Schafft es Freundschaft, das "Nicht-Dasein" zu überstehen?

Es gibt auch andere Arten von Verdrängen: Innerhalb eines Gesprächs versucht euer Freund nicht über das Hierbleiben zu reden. Das kann bishin zum Gespräch über das Wetter ausarten, weil mehr einfach nicht außerhalb des Thema Tod geht. Dabei kann sich niemand wohl fühlen.

Auch hier seid ihr Hiergebliebenen oder die "Wetterfrösche" gefordert den Teich zu umwandern...

Doch, das geht!

Wagt eine Frage, wie "Wie geht's dir heute?" Ich bin sicher, dass man damit schon das Eis brechen kann, wenn der Hiergebliebene selbst nicht zu macht.

Seid mutig und fragt weiter, auch wenn das Gegenüber in Tränen ausbricht. Wir kennen das. Tränen können das Eis brechen, und letztendlich erleichtern sie. Warum nicht auch den Fragenden, denn jetzt seid ihr wieder ganz nah beieinander.


Montag, 21. August 2017

Euer Dankeschön...

... dafür gibt es keinen Anfang und kein Ende.

Natürlich seid ihr dankbar für alles, was andere für euch tun und getan haben, aber ihr Lieben und Freunde, rechnet nicht damit, dass es immer auf dem Fuße folgt, denn wir Freunde sind oft gar nicht in der Lage an passende soziale Umgangsformen zu denken, wie das in einer zerbröselnden Welt passieren kann.

Erst zerbricht alles, und dann versuchen wir, eben eine neue aufzubauen. Wie bei Kindern fallen die Bauklötze nicht nur einmal wieder um, obwohl wir doch erwachsene Menschen und wissen sollten, wie es geht, aber so einfach ist das nicht. Habt Geduld, auch wenn wir euch manchmal nicht sehen wollen. Nehmt das nicht persönlich! Vielleicht möchten wir einfach nur eine Weile allein sein und ganz für uns nachdenken, gar nicht mal allein weinen, sondern etwas ganz allein für uns planen, denn das ist es, was für die Zukunft lernen müssen: für uns denken und entscheiden.

Wir sind euch trotzdem für euer Dasein sehr dankbar!

Montag, 31. Juli 2017

Das Nervenkostüm

In der Tat, das hat sich bei mir verändert. Ich weiß natürlich nicht, ob es euch auch so geht, aber es gibt Tage, da liegen Lachen und Weinen sehr dicht beieinander, und das bei nur einem Gesprächsthema. Oder es fällt einem ein Begebenheit ein, die mit dem aktuellen Gespräch aber auch gar nichts zu tun hat. Auch die Gesprächs- und Gedankenthemen liegen oftmals wie Kraut und Rüben durcheinander.

Man redet mit Freunden oder der Familie über irgendetwas, was das Jetzt betrifft - und plötzlich ist da wieder eine Erinnerung. Nein, sie kommt einfach so daher, ganz ungewollt, und schon fließen wieder Tränen... oder man hat mal einen guten Moment erwischt, und man kann drüber lachen. Der kann in der kommenden Stunde schon wieder vorbei sein, und die Tränen kommen wieder...

Na, und?! Weint, weint, weint und weint noch einmal. Das soll euch nicht peinlich sein. Wenn ihr keine betretenen Gesichter um euch herum wollt, verlasst den Raum, aber weint. Das gehört dazu, und das darf auch so sein.
Aber schluckt den Kloß nicht herunter, nun weil ihr meint, ihr belastet eure Gesellschaft um euch herum. Genau die muss Verständnis dafür haben, denn sie ist ganz freiwillig bei euch. Also, haben eure Lieben diese Kröte zu schlucken. Eure ist immer noch viel größer, nicht wahr?

Ihr seid belastet, und wenn ihr das nicht zeigen dürft, läuft etwas falsch, und seid versichert: Jede heruntergeschluckte Träne kommt mindestens doppelt zurück.

Lasst euch eure Trauer nicht nehmen!



Sonntag, 23. Juli 2017

Üble Überraschungen

Es gibt eine Menge lieber Menschen, die es mit uns einfach nur gut meinen. Sie fragen sich ganz bestimmt intensiv, was uns trösten könnte...

Nein, es ist nicht der Blumenstrauß oder die Pralinenpackung, nein. Es sind z.B. die Fotos von unseren Liebsten, die plötzlich auf dem Tisch liegen oder Ton- u d Filmdokumente, die wir vielleicht noch nie oder ewig nicht gesehen haben.

Sie sollen eigentlich trösten, aber - überraschend aufgetaucht - erreichen sie bei mir das Gegenteil: Sie hauen mich erst einmal um. Mit den folgenden Tränen muss das Gegenüber erst einmal zurechtkommen, und das ist gut so.

Also, ihr Lieben, kündigt eure wohlgemeinten Überraschungen erst einmal an und lasst die Trauernde/ den Trauernden selbst entscheiden, ob sie dies oder jenes sehen wollen oder können.

Danke.

 

Mittwoch, 6. April 2016

Witwengesetz Nr. 5


Natürlich fände es dein Umfeld gut, wenn es dir möglichst bald besser geht. Dementsprechende Fragen werden dir immer wieder unterkommen, und dir kann das tatsächlich so langsam auf den Wecker gehen... "Geht's dir schon besser?" ... "Bist du langsam drüber weg?" usw..
Nein, du bist nicht dafür verantwortlich, dass es diesen Fragenden gut geht und sie erleichtert ihren sorgenvollen Gesichtsausdruck in die Ecke stellen können.

"Es muss dir nicht gut gehen."


Das ist das Gegenteil von Nr. 4 - richtig! Es gibt keine Logik in der Trauer, keinen "normalen" Ablauf. Deshalb sind wir wohl die unbekannten Wesen, die man nicht einschätzen kann, und deshalb wagen sich so viele aus unserem "vorigen" Umfeld wenig bis gar nicht an uns heran.

Hey, ein paar Tränen von werden unsere Lieben wohl ertragen können, oder was meint ihr Helfenden, die ihr den Schritt auf uns zugewagt habt?
Eben, begleitet uns ruhig. Wir sind für uns selbst genauso unbekannt wie für euch auch. Es ist doch schön, wenn auch Tränen dazugehören können. Die gehören zum Leben und allem anderen dazu. Nehmt unsere Hände und drückt sie, und alles ist wenig schlimm...

Dienstag, 1. März 2016

Witwengesetz Nr. 4

Ohje, du bist Witwe... da muss es dir ja schlecht gehen. Nein...

"Es muss dir nicht schlecht gehen."


Du darfst gute Laune haben, dich freuen und lauthals lachen, sogar wenn man dich mitleidig anschaut, was dazu einlädt Ähnliches zu tun.

Jeden Tag pellst du dich aus dem Bett, bringst den Tag hinter dich mit x Gedanken an dein Liebstes, das nicht mehr da ist und sollst dann noch die Erwartungen anderer mit einbeziehen, damit du so bist, wie eben jene es erwarten? - Nein. Wage ein Lächeln, wage ein Lachen.

Hey, wir hatten doch auch schöne Zeiten mit dem Liebsten, die uns tatsächlich immer noch amüsieren. Ist das nicht schön? Freut euch offen drüber, sprecht darüber, wenn euch danach ist.

Los!

Montag, 1. Februar 2016

Witwengesetz Nr. 1


 "Wir geben unsere Freiheit nicht mehr her."



Besonders jene, die sich lange um ihren Liebsten/ihre Liebste gekümmert haben, können das sicherlich nachvollziehen.

Da ist nun niemand mehr, um den man sich Sorgen machen kann. Plötzlich merkt man, dass man das Leben wieder selbst in der Hand hat. Man kann selbst bestimmen, was man einkauft, ob man überhaupt einkauft, ob man diese oder jene Person sehen möchte, oder nicht. Lasst euch zu nichts drängen!

Es gilt nun das genießen zu lernen, denn an der Situation ist nun nichts mehr zu ändern. Wir bekommen die Liebsten nicht mehr zurück - das zu akzeptieren ist die Voraussetzung dafür, dass wir diese Freiheit genießen können.

Mittwoch, 27. Januar 2016

Müde sein

Habt ihr auch schon festgestellt, dass es tierisch müde macht, wenn man anderen von seinen härtesten Erfahrungen erzählt?

Wundert euch also nicht. Diese Müdigkeit hat überhaupt nichts mit körperlicher Aktivität zu tun, auch wenn es sich so anfühlt. Letzten Endes macht unsere Seele einfach mal eben so einen Marathonlauf...

Montag, 25. Januar 2016

Drüber reden...

Manchmal wollen wir, die wir immer noch da sind, und manchmal nicht. Wartet ab, aber schaut dabei bitte nicht wie ein Kaninchen, das wie hypnotisiert vor der Schlange sitzt. Wir sind keine Außerirdischen und wollen manchmal einfach nur Teil eines normalen Leben sein - und sei es nur, dass wir euch und eurer Familie zuhören. Diese Normalität mit allen Aufs und Abs sind oftmals eine Erholung, weil wir nicht daran denken müssen, was in unserem Leben passiert. Lasst uns unseren kleinen Urlaub bei euch!

Wenn wir reden wollen, tun wir das schon irgendwann.

Auf der anderen Seite ist es auch wichtig, dass ihr unseren "verlorenen Schatz" nicht verdrängt. Das macht es uns nicht leichter, sondern eher etwas ungehalten. Sprecht ruhig über ihn, erinnert euch an das Schöne, denn mit dem Ende hatten wir schon genug zu tun und zu kämpfen. Zeigt uns, wie sehr ihr ihn geschätzt habt. Nein, tut das nicht den ganzen Tag/Nachmittag/Abend, denn das schlaucht uns gewaltig. Gleichzeitig fragen wir uns uns, ob wir uns nur noch über ihn idenfizieren, und genau das ist für die Zukunft unmöglich.
Versucht das richtige Maß zu finden. Ich bin sicher, wir helfen dabei.