Donnerstag, 17. August 2017

Menschen, die es gut meinen: Kümmerer

Vielleicht ging es bei euch Knall auf Fall, und ihr wart plötzlich allein - da könnte euch die folgende "Spezies" wirklich helfen - zumindest eine Zeit lang...

der Kümmerer.

Es ist schön, wenn da immer jemand ist, dem man das Herz ausschütten kann oder der für einen einkaufen geht oder, oder, oder, doch eine gewisse Abhängigkeit kann darüber entstehen
Nein, schickt eure lieben Helfer und Schultern nicht weg, aber habt immer im Kopf, dass auch das Leben allein wieder gelernt werden kann und sollte. Wenn ihr irgendwann wieder selbst entscheiden wollt, solltet ihr irgendwann damit anfangen wollen... Dafür gibt es keine Richtzeitspanne. Das kann euch nur euer Gefühl sagen. Vielleicht möchtet ihr mal wieder allein zu Hause sein, allein einkaufen oder Ähnliches.
Habt keine Scheu dies euren Kümmerern zu sagen, und es wäre noch schöner, wenn sie eurem Wunsch erfreut und ohne das Gefühl des Weg-geschickt-Werdens entsprechen könnten.

Lasst euch nicht erdrücken...


Dienstag, 15. August 2017

Arten der Trauer: auf die Nerven...

Die Sonne scheint... das kann trösten, aber einem auch sehr auf die Nerven geht. Ihr versteht euch selbst nicht?

Die Leute um dich herum sind alle so gut gelaunt, und du verstehst das nicht bzw. kannst das einfach nicht ertragen?

Vergrabe dich ruhig beim schönsten Sonnenschein und halte dich von der guten Laune anderer fern. Du darfst das, und wenn das jemand nicht versteht, hat er Pech gehabt. Seid euch und euren Gefühlen treu!


Donnerstag, 10. August 2017

Menschen, die es gut meinen: Ablenker

Davon gibt es viele, und wir sind zu Beginn unserer harten Zeit tatsächlich auf sie angewiesen, je nachdem wie sehr es uns umhaut.

Grundsätzlich: Alle meinen es gut!

Trotzdem sind sie unsicher, und trotz allem Gutmeinens klappt es nicht unbedingt gut mit dem Gutmachen...

Deshalb habe ich mir überlegt, unsere Freunde mit ihren Ideen und Auswirkungen zu benennen.

Der Ablenker

Sie denken, es wäre besser, du kämst gar nicht zum Nachdenken, schlagen dir alles von Städtereisen, Shopping bis Kino und Theater usw. vor. Sicher ist es schön nach einer evtl. langen Zeit des Kümmerns nun selbst in einem Urlaub umsorgt zu werden. Wenn nicht grade mit ständigem Programm auf dem Zettel, ist das sicher für eine Zeit erholsam, aber:

Wie soll man sich da in seinem neuen Leben einfinden bzw. einleben ?

Trauer will gelebt werden. Sonst fällt man irgendwann um und ahnt nicht einmal mehr warum. Man könnte sagen, es ist wie eine Art verschleppte Krankheit, um die man sich nicht kümmert.

Nehmt euch die Zeit!


Sonntag, 6. August 2017

Die Arten der Trauer: Tränen

Tränen...

Seid ihr auch nicht grade der Mensch gewesen, der viel Tränen vergossen hat?

Und plötzlich ist alles ganz anders. Wenn ihr selbst lange mitgelitten habt, dann habt ihr euch zwar irgendwie daran gewöhnt, aber jetzt ist alles wieder ganz anders:

Man weint vielleicht nicht unbedingt allein, aber man hat den Eindruck, dass niemand mit euren Gefühlen mitkommt, egal wie nah er/sie euch ist. Vielleicht kommt ihr selbst nicht mehr mit.

Egal!

Es ist eben so. Denkt nicht großartig drüber nach, warum ihr jetzt schon wieder weint. Das ist alles ganz ok so. Hier gibt es kein Falsch oder Richtig, zu viel oder zu wenig.

Und ganz wichtig: Nicht herunterschlucken! Dann wird's später nur noch schlimmer...

Freitag, 4. August 2017

Das erste Jahr

... heilt nicht alle Wunden, aber sie hilft dennoch. Das berühmte Trauerjahr ist vermutlich eine Art Erfahrungswert eben auch durch viel Zeit gewonnen. Natürlich gilt das nicht für alle Hiergebliebenen.

Man hört auch, dass das erste Jahr sei das Schlimmste, besonders Geburtstage, Jahrestage und was auch immer für Tage... Denkt nicht zu viel drüber nach über diese ersten Tage ohne, sondern macht an ihnen etwas Schönes! Denkt nicht, an dem Tag könnte oder will keiner etwas mit euch anfangen. Dafür sind Freunde oder andere liebe Menschen da. Es muss nichts mit der Vergangenheit zu tun haben, wenn doch, dann quält euch nicht damit. Vergessen werden die Lieben schon nicht. Seid euch gewiss!

Fahrt irgendwo hin, wechselt die Tapeten, gönnt euch etwas. Ihr dürft diesen Tag mögen. Versagt euch nichts!



Mittwoch, 2. August 2017

Die Arten der Trauer: nicht dazu gehören...

Was Trauer ist und was doch nur Befindlichkeit, ist oftmals schwer zu erkennen. Fragt euch, ob diese Eindrücke und Emotionen neu sind oder extremer als sonst. Nein, ihr seid weder schwierig noch kompliziert - ihr seid krank.
Nicht umsonst habt ihr das Recht auf eine psychosomatische Reha und eine Gesprächstherapie.
Hey, ihr habt einen lieben Menschen verloren, oftmals auch DEN liebsten Menschen. Wir können nicht einfach so weitermachen, denn das Leben ist aufeinmal ein völlig anderes. Wir... brauchen... Zeit................................!

Kennt ihr das Gefühl des "Nicht-dazu-Gehörens"?

Ich war ganz erschrocken, als ich das nicht nur innerhalb von größeren Gruppen empfand, sondern auch in der Gesellschaft einer meiner besten Freundinnen. Raus musste ich, ganz schnell, sofort, weg von ihr, weg von allem, allein sein. Sonst wäre ich geplatzt...
Gedankenfetzen, wie "Was soll ich hier?", "Was hat das noch für eine  Sinn?", "Das ist hier nicht meins!"... Ja, das kann weiter gehen mit Wut auf das Leben, das Schicksal, Gott (welchem auch immer) und auch auf den Verstorbenen.
Hey, das darf man ruhig. Er weiß, dass ihr das nicht so meint.

Montag, 31. Juli 2017

Das Nervenkostüm

In der Tat, das hat sich bei mir verändert. Ich weiß natürlich nicht, ob es euch auch so geht, aber es gibt Tage, da liegen Lachen und Weinen sehr dicht beieinander, und das bei nur einem Gesprächsthema. Oder es fällt einem ein Begebenheit ein, die mit dem aktuellen Gespräch aber auch gar nichts zu tun hat. Auch die Gesprächs- und Gedankenthemen liegen oftmals wie Kraut und Rüben durcheinander.

Man redet mit Freunden oder der Familie über irgendetwas, was das Jetzt betrifft - und plötzlich ist da wieder eine Erinnerung. Nein, sie kommt einfach so daher, ganz ungewollt, und schon fließen wieder Tränen... oder man hat mal einen guten Moment erwischt, und man kann drüber lachen. Der kann in der kommenden Stunde schon wieder vorbei sein, und die Tränen kommen wieder...

Na, und?! Weint, weint, weint und weint noch einmal. Das soll euch nicht peinlich sein. Wenn ihr keine betretenen Gesichter um euch herum wollt, verlasst den Raum, aber weint. Das gehört dazu, und das darf auch so sein.
Aber schluckt den Kloß nicht herunter, nun weil ihr meint, ihr belastet eure Gesellschaft um euch herum. Genau die muss Verständnis dafür haben, denn sie ist ganz freiwillig bei euch. Also, haben eure Lieben diese Kröte zu schlucken. Eure ist immer noch viel größer, nicht wahr?

Ihr seid belastet, und wenn ihr das nicht zeigen dürft, läuft etwas falsch, und seid versichert: Jede heruntergeschluckte Träne kommt mindestens doppelt zurück.

Lasst euch eure Trauer nicht nehmen!